VERGIFTUNGEN beim Hund

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(Buddy nach dem schwimmen bei der Massage, Rügen 10/15 cJP)


ACHTUNG: Bei Verdacht auf Vergiftung, wenden Sie sich bitte umgehend an den Veterinär bzw. die Tierklinik Ihres Vertrauens!!!

(Fachinformation zu Vergiftungen bei Tieren stellt die Universität Zürich zur Verfügung unter:

http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_x.htm



Was tun bei Vergiftung?

Eine der größten Ängste von uns Hundehaltern ist, das unser Hund sich vergiften könnte.

Dies kann durch nette Mitmenschen geschehen, die Giftköder entweder gezielt für Hunde, oder aber für andere Tiere gedachte Köder ungeschickt plaziert, auslegen.

Häufig sind Vergiftungen aber auch selbstverschuldet.

Die Aufnahme von verdorbenen Lebensmitteln beim beliebten Mülleimerdinner kann genauso zu zu Vergiftungserscheinungen führen wie die Aufnahme von giftigen Zimmerpflanzen, Medikamenten oder Schokolade.

Schmerzmittel wie Paracetamol können beim Hund toxisch wirken und zu Leber- und Nierenschäden führen.

Ausserdem hat es eine zu kurze analgetische Wirkung und eine Halbwertszeit von nur 2 Stunden.

Aspirin hat zwar eine gute Wirksamkeit führt aber besonders beim Junghund schnell zu starken Nebenwirkungen im Magen-Darm Trakt und zu Thrombozytenaggregationshemmung und somit zu Gerinnungsstörungen.

Diclofenac kann Magenblutungen bis hin zum Schock auslösen.

Alkohol kann der Hund nur unvollständig und langsam verstoffwechseln.

In Humanen Tropfen ist Ethanol aber häufig enthalten, deshalb ist Vorsicht geboten.

Schokolade enthält Theobromin dies kann der Hund ebenfalls nicht verstoffwechseln.

Die tödliche Dosis beträgt 100 mg pro Kg = 1 Tafel Vollmilchschokolade / Pekinese oder 1 Tafel Edelbitter / mittelgroßer Hund. Leider gibt es kein Gegenmittel.

Hornspäne werden von uns gerne im Garten verwendet und Hunde lieben es darauf herumzukauen, oft sind sie aber mit Rizin versetzt welches hochgiftig ist, genauso wie Schneckenkorn.


Symptome einer Vergiftung:

Anzeichen für eine Vergiftung sind vielfältig.

Auch die Stärke der Symptome variiert je nach Art des aufgenommenem Giftes und der Giftmenge.

Bei manchen Giftstoffen treten die Symptome auch zeitversetzt auf,

so das man als Besitzer später nicht sagen kann, welches Gift der Hund wann und in welcher Menge aufgenommen haben könnte. Erlegte Zimmerpflanzen, Schnittblumen oder Reste von leckeren Knochen oder Ködern werden zudem vom Hund auch gerne versteckt und deren Reste sind dann für den suchenden Besitzer nicht mehr zugänglich was das Erkennen einer Vergiftung noch schwerer macht.

Anzeichen für eine Vergiftung können plötzlich auftretender Durchfall und/oder Erbrechen, eventuell auch mit Blutbeimischungen, sein.

Häufig werden dabei, aufgenommene Pflanzenteile wieder erbrochen.

Schaum vor dem Mund, starkes Speicheln, Kreislaufstörungen, Lähmungserscheinungen, Muskelkrämpfe, Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinsstörungen, ein harter geblähter Bauch, Schmerzen oder auch einfach Zittern können weitere Anzeichen sein.

Bei Vergiftungen mit Rattengift und bestimmten Medikamenten kommt es zu punktartigen Einblutungen in die Schleimhäute.

Diese sehen dann wie gesprenkelt aus. Auch sehr blasse oder blaue Schleimhäute können ein Hinweis auf eine Vergiftung sein.

Die Symptome können einzeln oder auch gepaart auftreten.

Vorsicht viele Hunde verkriechen sich bei ersten Anzeichen von Unwohlsein.

So entziehen sie sich den wohlwollenden Augen ihrer Besitzer und erste Anzeichen für eine Vergiftung können übersehen oder einfach unterschätzt werden.


Erste Hilfe Massnahmen:


Wenn Sie bei Ihrem Hund Anzeichen für eine Vergiftung bemerken, heisst es erst einmal Ruhe bewahren.

Sichern Sie Reste der Giftpflanze, des Köders, oder eventuell Erbrochenes.

Der Tierarzt kann dann eventuell ein Gegengift verabreichen.

Ist der Hund bewusstlos, sorgen Sie dafür das die Atemwege frei sind. Erbrochenes und Schleim muss sorgfältig aus dem Maul entfernt werden.

Krampfende Tiere müssen so gelagert werden, dass sie sich nicht verletzen können.

Am besten legt man sie in einen weich gepolsterten Wäschekorb oder in eine Decke.

Tiere mit Lähmungserscheinungen geraten schnell in Panik,

sie müssen daran gehindert werden ihr Heil in der Flucht zu suchen.

Dabei könnten sie sich schwere Verletzungen zuziehen.

Ausserdem steigt unter Stress der Blutdruck an und das Gift wird noch schneller im Körper verteilt.

Da eine Vergiftung Stoffwechselvorgänge und den Kreislauf beeinträchtigt sinkt die Körpertemperatur häufig ab, halten Sie das Tier also warm.

Versuchen Sie nicht den Hund zum erbrechen zu bringen.

Die dafür nötige gesättigte Kochsalzlösung kann bei einem kreislaufgeschwächten oder jungen Tier mehr Schaden als Nutzen. Außerdem verlieren Sie wertvolle Zeit mit Selbstversuchen.

Sind durch das Gift oder scharfe Pflanzenteile Verletzungen der Schleimhäute entstanden, gelangt das Salz in zu hoher Konzentration und zu schnell in die Blutbahn.

Dadurch kann eine zusätzliche Vergiftung ausgelöst werden.

Bei leichten Symptomen kann versucht werden, eine Lösung aus 15 Kohletabletten und Wasser einzugeben.

Kohle bindet Giftstoffe, so dass sie mit dem Kot ausgeschieden werden können ohne vom Körper resorbiert zu werden.

Aber Achtung, dies sollte man nur mit kooperativen Hunden machen.

Wehrt er sich zu stark oder ist der Schluckreflex beeinträchtigt, kann das Gemisch leicht in die Lunge geraten, wo es dann eine Lungenentzündung auslösen kann.

Auf keinen Fall sollten Sie Oel oder Milch eingeben.

Das Gift könnte fettlöslich sein und würde dann mit diesem noch schneller aus dem Magen in den Körper resorbiert.

Dadurch würden sich die Vergiftungssymptome noch verschlimmern.


Bei Verdacht:

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund Gift aufgenommen hat, sollten Sie immer schnellstmöglich einen Tierarzt aufsuchen. Dieser kann das Tier durch die Injektion von Brechmitteln schnell zum erbrechen bringen,

so kann das Gift schnell entfernt werden ohne das weiterer Schaden entsteht.

Auch können in der Praxis kreislaufstabilisierende Massnahmen, wie Infusionen, verabreicht werden.

Ist das Gift bekannt und gibt es ein Gegengift, kann es schnell verabreicht werden und die weitere Verbreitung des Giftes im Körper verhindert werden.

So können Organschäden eventuell vermieden werden.

Krampfende Hunde können in der Praxis leicht sediert werden, die Krämpfe so abgemildert oder abgestellt werden.

Bei Schmerzzuständen können zudem Schmerzmittel gegeben werden und bei Atemproblemen kann dem Hund Sauerstoff zugeführt werden.


Giftpflanzen:

Leider sind viele der von uns sehr geliebten Pflanzen für unsere Hunde ungeniessbar oder giftig.

Im folgenden eine kleine Auflistung giftiger Pflanzen und deren Wirkung. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Wolfsmilchgewächse, Weihnachtsstern, Christusdorn: starkes Erbrechen, Durchfall,

Bewusstseinsstörungen, bei grossen Mengen

Tod


Mistel: Bewegungsstörungen, erhöhte Harnmengen,

sinkende Körpertemperatur,

Kreislaufversagen


Weihnachtsbaum Reizung der Schleimhäute im Maul und

Verdauungskanal durch aromatische Oele in

Nadeln


Eibe, Buchsbaum Erbrechen, Durchfall, Krämpfe,

Bewusstseinsstörungen, die bis zum Tod

führen können


Dieffenbarchie, Kalla Reizung der Schleimhäute, bei

Augenberührung starkes tränen und

Bindehautentzündung, sonst Entzündungen

der Maulschleimhaut


Topfazalee Ausfluss aus Augen und Nase, Erbrechen,

Durchfall, sinkender Blutdruck, Krämpfe

und Lähmungen die bis zum Herzversagen

führen können


Primel Inhaltsstoff Primin, starke Reizung und

Entzündung der Schleimhäute, Erbrechen,

Durchfall


Nachtschattengewächse Inhaltsstoff Steroidealkaloide, Erbrechen,

Koliken, erweiterte Pupillen,

Kreislaufstörungen, in schweren Fällen Tod

durch Atemlähmung


Osterglocken Krämpfe, Reizung des Verdauungskanals

Oleander Inhaltsstoff herzwirksame Glykoside,

Unruhe, Spasmen, Herzrhythmusstörungen,

Blutdruckabfall, Tod


Alpenrose Speicheln, Schwäche, Bauchschmerzen


Maiglöckchen Herzrhythmusstörungen.


Wie immer beim Umgang mit Tieren lautet der Grundsatz Vorbeugen ist der beste Schutz.

Für Hundehalter gilt also immer, wenn nicht bekannt ist ob eine Pflanze ungiftig ist gehört sie nicht in den Haushalt.

Schnittblumen sind immer so aufzustellen, das der Hund nicht an sie oder das Wasser in der Vase herankommt, das Gleiche gilt für den Weihnachtsbaum. Bei Verwendung von Substanzen im Garten sollten Sie immer vorher abklären ob sie für Ihren Hund auch wirklich ungefährlich sind.

Die Gabe von Medikamenten sollte immer mit Ihrem Tierarzt abgesprochen werden und es sollten niemals Medikamente in Reichweite des Hundes liegen gelassen werden.

Unzugänglich aufbewahrt werden sollten auch Schokolade, Zigaretten, Reinigungsmittel ( einschließlich der leckeren, damit getränkten, Lappen und Schwämme ) und Alkohol.


Homöopathisch hat man ebenfalls gute Möglichkeiten, die Lebenskraft zu stärken und auch heilen. Dies gehört in professionelle Hände und sollte zusammen mit dem Tierheilpraktiker und Veterinär behandelt werden. 

j.pacher@spiritofnature.info © Jeanette Pacher 2016